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Gleitgel – so wird es richtig benutzt

Symbolbild für Gleitgel

Wenn Frauen Lust auf Sex haben, dann wird ihre Vulva feucht – zumindest in der Theorie! In der Praxis dauert das manchmal etwas oder die Vulva wird irgendwann während des Liebesaktes wieder trocken. Das kann zu Schmerzen führen. In solchen Fällen ist Gleitgel eine angenehme Lösung. Hier erfahrt ihr alles, was ihr dazu wissen müsst!


Sex macht Spaß. Manchmal flutscht es im Bett allerdings nicht so richtig. Das kann im übertragenen Sinne so sein: Zum Beispiel, wenn Mann und Frau verschiedene sexuelle Wünsche haben oder nicht genug aufeinander eingehen. Oder aber es flutscht im buchstäblichen Sinne nicht. Nämlich dann, wenn die Vagina nicht so richtig feucht wird. Dadurch gerät nicht nur der Sex ins Stocken, es kann auch schmerzhaft werden. Damit ihr auch Spaß haben könnt, wenn die Vagina etwas trocken ist, gibt es Gleitgel. Bevor wir darauf zu sprechen kommen, was Gleitgel genau ist und wie ihr es am besten anwendet, wollen wir kurz darauf eingehen, was es mit dem natürlichen „Feuchtwerden“ bei der Frau überhaupt auf sich hat.

Warum werden Frauen feucht?

Wenn Mann und Frau sexuell erregt sind, macht sich das normalerweise körperlich bemerkbar: Der Mann bekommt eine Erektion und die Frau wird feucht. Das bedeutet, ihre Scheidenschleimhaut produziert ein milchiges Sekret. Und zwar die Erregungsfeuchte, auch Lubrikation genannt. Dieser Vorgang wird durch das weibliche Hormon Östrogen gesteuert und findet zum Beispiel während des Vorspiels statt. Also wenn ihr euch gegenseitig berührt und streichelt und dadurch eure Lust aufeinander steigt. Durch die Erregungsfeuchte wird die Vagina sozusagen auf den Sex vorbereitet. Dank ihr kann der Penis im besten Fall problemlos eindringen. Einfach, weil es besser flutscht. Aber die Scheidenflüssigkeit hat noch eine andere Funktion: Sie schützt gleichzeitig vor unerwünschten Krankheitserregern.

Wie lange das mit dem Feuchtwerden dauert und ob es jedes Mal klappt, ist allerdings von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Ganz wichtig ist, dass ihr euch für das Vorspiel genügend Zeit lasst. Denn manchmal muss eine gewisse Schwelle der sexuellen Erregung erreicht werden, damit die Scheidenschleimhaut genügend Feuchtigkeit abgibt. Wenn die Vagina trotzdem noch zu trocken ist, kann es beim Sex unangenehm ziehen und danach können brennende Schmerzen auftreten. Der Griff zum Gleitgel schafft hier Abhilfe.

Was ist Scheidentrockenheit?

Bei der sogenannten Scheidentrockenheit bleibt die Vagina dauerhaft trocken, was zu Jucken und Brennen sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen kann. Ohne die natürliche Schutzfunktion der Scheidenflüssigkeit erhöht sich zudem die Gefahr für Infektionen und Entzündungen. Die Ursachen für Scheidentrockenheit sind vielfältig und reichen vom Mangel an dem Hormon Östrogen bis hin zu chronischen Erkrankungen. Wenn bei dir die genannten Beschwerden auftreten oder du generell das Gefühl hast, deine Vagina ist zu trocken, solltest du unbedingt zum Frauenarzt oder zur Frauenärztin deines Vertrauens gehen.

Was ist Gleitgel und wozu wird es verwendet?

Es gibt viele Gründe, warum eine Frau trotz intensiven Vorspiels nicht so richtig feucht wird. Manchmal ist es reine Kopfsache, vor allem, wenn Aufregung oder Nervosität im Spiel sind. Das kann zum Beispiel dann vorkommen, wenn ihr noch nicht so erfahren seid. Aber auch nach einer Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder an bestimmten Tagen im Zyklus kann es schon mal trockener zugehen. Doch kein Problem: Gleitgel bringt das Ganze wieder ins Flutschen! So lassen sich nicht nur unnötige Schmerzen vermeiden, auch der Sex macht oft einfach noch mehr Spaß. Zumal ihr die Stärke des Gleiteffekts ganz nach euren Wünschen ausbalancieren könnt, indem ihr mehr oder weniger Gleitgel benutzt. Dabei ist es egal, ob ihr es beim Sex mit oder ohne Kondom einsetzt, ob mit Vibrator, Dildo, Masturbator, Penisring oder per Hand. Einen entscheidenden Faktor spielt Gleitgel auch beim Analverkehr. Da der Analbereich selbst keine Feuchtigkeit produziert, kommt ihr hier gar nicht drum herum, ein bisschen nachzuhelfen. Nicht zuletzt könnt ihr durch den Einsatz von Gleitgel aber auch die Dauer eures Lustspiels verlängern, weil die Reibung dadurch geringer ist und die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass es irgendwann zwickt und zwackt.  

Welche Gleitgelarten gibt es?

Gleitgel gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen, mit Wärme- und Prickeleffekten, aber auch einfach nur auf seine wesentliche Funktion reduziert. Im Großen und Ganzen unterscheidet man die künstlichen Feuchtigkeitsspender aber danach, ob sie auf Wasser, Silikon oder Öl basieren. Macht euch im Folgenden am besten selbst ein Bild, um zu entscheiden, welche Art von Gleitgel euch ins Haus kommt!

Gleitgel auf Wasserbasis:

Ist im Vergleich recht günstig, lässt sich für jede Form von Sex und Intimität anwenden und ist leicht abwaschbar. Eignet sich wegen seiner guten Verträglichkeit auch für Allergiker. Allerdings lässt die Gleitfähigkeit relativ schnell nach, sodass manchmal nachgelegt werden muss.

Gleitgel auf Silikonbasis:

Ist im Vergleich etwas teurer, aber auch ergiebiger und langanhaltender. Bietet sich besonders für den Analverkehr und in Zusammenhang mit Kondomen an. Kann allerdings zu Hautirritationen führen.

Gleitgel auf Ölbasis:

Gilt als relativ hautverträglich und ergiebig. Bei einigen Produkten können in Kombination mit Latexkondomen oder Lecktüchern aus Latex allerdings kleine Risse entstehen. Auch bleiben gerne Flecken zurück, die sich nicht so gut rauswaschen lassen.

Ihr seht: Die Auswahl ist groß. Schaut einfach, wo und wie ihr und euer Partner oder eure Partnerin das Gleitgel am liebsten anwenden wollt und beachtet die Hinweise auf der Verpackung – dann findet ihr sicher das passende Produkt.

J2: VORSORGEUNTERSUCHUNG

Bei der J2 (zwischen 16 und 17 Jahren) handelt es sich um eine einmalige Vorsorgeuntersuchung. Es geht um Früherkennung körperlicher Probleme sowie Sexualitätsstörungen. Die J2 ist eine freiwillige Mehrleistung der DAK-Gesundheit. MEHR INFOS

PS: Ab 20 Jahren kannst du einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, auch wegen Früherkennung möglicher Krebserkrankungen.

Wie benutzt man Gleitgel richtig?

Die Anwendung von Gleitgel ist ziemlich simpel: Gebt einfach eine ungefähr haselnussgroße Menge Gleitgel auf den Finger oder die Handinnenfläche, verreibt das Ganze etwas und tragt es dann auf die Genitalien eures Partners oder eurer Partnerin auf. Ihr könnt es auch direkt auf den Penis oder die Vagina auftragen. Probiert in Sachen Menge ruhig ein bisschen herum – ihr werdet schon merken, wie es am meisten Spaß macht. Wenn es währenddessen nicht mehr so richtig flutscht, könnt ihr einfach etwas „nachlegen.“ Das gilt übrigens auch für die Anwendung bei der Selbstbefriedigung oder in Verbindung mit verschiedenen Sextoys. Auch hier ist Gleitgel euer Freund und Helfer! Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt – vorausgesetzt, alle Beteiligten sind einverstanden. Achtet allerdings darauf, ob euer Sexspielzeug mit dem verwendeten Gleitgel kompatibel ist. Dasselbe gilt für Kondome und Lecktücher. Wenn ihr zu viel Gleitgel auf ein Kondom auftragt, kann es außerdem sein, dass es abrutscht. Hier gilt also: Weniger ist mehr.

Übrigens: Behaltet unbedingt auch das Verfallsdatum des Gleitgels auf der Verpackung im Blick. Wenn das abgelaufen ist, kann es sein, dass Bakterien in die Flüssigkeit gelangen, was zu Infektionen führen kann.

Fazit

Abschließend ist zu sagen: Es ist völlig normal, wenn die Vagina der Frau nicht sofort feucht wird. Lasst euch beim Vorspiel einfach genügend Zeit und drängt euch nicht gegenseitig. Zumal es gerade bei Frauen manchmal etwas dauern kann, bis sie „in Fahrt“ kommen. Und wenn es am Ende trotzdem nicht so richtig flutschen will, kein Problem – für diesen Fall gibt es Gleitgel. Wichtig bei der Nutzung von Gleitgel ist, dass ihr darauf achtet, dass sich Kondome, Lecktücher oder Sextoys mit einigen Gleitgels nicht vertragen. Ansonsten probiert euch einfach nach Lust und Laune aus. 

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.

  • Quellenangaben

    Breckwoldt, M. et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe; Thieme Verlag; 5. Auflage, 2008

    Hans-Joachim Ahrendt, Cornelia Friedrich: Sexualmedizin in der Gynäkologie. Springer-Verlag, Berlin/ Heidelberg 2015

    Berufsverband der Frauenärzte e.V.: "Probleme mit trockener Scheide", Meldung vom 19.08.2014; unter: www.frauenaerzte-im-netz.de

    Dieter Jocham, Kurt Miller: Praxis der Urologie. Georg Thieme Verlag, 2007